KALENDARIUM
Die Ziehtafeln und Vitrinen des „Kalendariums“ bergen in sich Dokumente und Objekte zur jüngeren Geschichte Emdens seit 1800. Neben den großen historischen Ereignissen werden hier insbesondere auch Geschichten aus dem Alltagsleben der Menschen erzählt. Es bietet außerdem einen Ausblick auf aktuelle politische, wirtschaftliche und gesellschaftliche Entwicklungen im 21. Jahrhundert.
Erst die Auswirkungen der beginnenden Industrialisierung brachten Emden ab der Mitte des 19. Jahrhunderts einen langsamen, aber stetigen Aufschwung. 1849 erhielt der immer schlechter erreichbare Hafen eine neue, mit einer Schleuse gesicherte Zufahrt zur mittlerweile drei Kilometer südlich der Stadt verlaufenden Ems. Und mit der 1856 fertiggestellten Hannoverschen Westbahn hatte Emden erstmals eine leistungsfähige Verkehrsanbindung an das westfälische Hinterland. Zug um Zug wurde in den folgenden Jahrzehnten diese Infrastruktur weiter ausgebaut, bis Emden mit der Vollendung des Dortmund-Ems-Kanals 1899 schließlich für mehrere Jahrzehnte zum Seetor des Ruhrgebiets wurde und für dieses den größten Teil der Erzimporte abwickelte. In den Jahrzehnten nach dem Zweiten Weltkrieg, dessen Bomben nahezu 80 % der alten Emder Häuser zerstörten, darunter das prächtige und weithin berühmte Renaissance-Rathaus von 1576, musste die Stadt einen nachhaltigen Strukturwandel vollziehen. Der traditionelle Massengutumschlag für das Ruhrgebiet wurde, beginnend 1964 mit der Ansiedlung eines Montagewerks des Volkswagenkonzerns, im Laufe der Zeit fast vollständig vom Automobilexport und -import sowie von Stückgutfracht und modernem Containerverkehr abgelöst.





