Ja, ich bin stolz
Karl Heinrich Ulrichs Themen, unsere Gegenwart

© Museeon / OLmE
Helma Sanders-Brahms: geboren 1940 in Emden, geboren in einen Krieg, geboren in ein zerstörtes Europa, geboren in ein Deutschland, das einen Völkermord begeht. Helma Sanders-Brahms ist ein Kind dieser Zerstörung, ein Kind der Nachkriegsjahre, in denen die Menschen die Vergangenheit verschweigen und verleugnen. Diese Gesellschaft – auf Ruinen erbaut – ist die Quelle für Helma Sanders-Brahms Schaffen. Wer war diese ausdauernde, eigenwillige, unangepasste, kompromisslose und unversöhnliche Filmemacherin? Die – Wahrhaftigkeit suchend – in ihren Werken einem schmerzlichen Drang nachging: sich selbst in einem öffentlichen Medium – wie dem Film – Rechenschaft abzulegen, über die Ursprünge und Bedingungen ihrer Person, die unauflösbar mit der Geschichte der eigenen Mutter und mit Deutschland verbunden ist. Als Helma Sanders-Brahms nach langem Krebsleiden am 27. Mai 2014 in Berlin stirbt, hinterlässt sie neben neun fertiggestellten Dokumentarfilmen, 16 Spielfilmen, zahlreichen Büchern, Hörspielen und Hörbüchern, weit über 30 unrealisierte Treatments und Drehbücher. Seitdem sind ihre Filme weitgehend aus der Öffentlichkeit verschwunden, obwohl sie nicht an Aktualität verloren haben: die Mütter-Töchter-Beziehungen sind auch heute nicht geheilt von den Lasten der Vergangenheit. Helma Sanders-Brahms zeigt das Scheitern der Frauen am Patriarchat. Die Gleichberechtigung zwischen Männern und Frauen sowie zwischen Migrant*innen und sogenannten Deutschen schreitet in Deutschland langsamer voran als gedacht. Das Ostfriesische Landesmuseum Emden – als Museum ihres Geburtsorts – möchte Helma Sanders-Brahms Filme und ihre Themen mit dieser Ausstellung in die Gegenwart und Zukunft bringen – und ihr Werk als Anlass nehmen, um gesellschaftliche Themen zu besprechen.
Dies Ausstellung wurde von dem Filmemacher Ayhan Salar kuratiert.
Bei dem Ausstellungsprojekt handelt es sich um eine Kooperation mit der Deutschen Kinemathek.



