Presseinformation vom 2. März 2011

UNTERSUCHUNG DER MOORLEICHE VON BERNUTHSFELD IM KLINIKUM EMDEN

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Untersuchung der Moorleiche im Klinikum Emden zieht alle Blicke auf sich

Auf sehr großes Medieninteresse stieß die computertomographische Untersuchung der Moorleiche „Mann von Bernuthsfeld“ am 28.2 im Klinikum Emden.

Mehrere Fernseh- und Rundfunkteams, schreibende Presse und Fotografen begleiteten die Reise der Moorleiche „Mann von Bernuthsfeld“ aus dem Ostfriesischen Landesmuseum Emden bis in die Radiologieabteilung des Klinikums Emden. Dort wurde die Moorleiche vom neuen Hochleistungs-CT-Gerät des Klinikums Emden abgetastet und ihre Knochenstruktur in Schichten digital abgebildet. Aus diesen Daten sollen neue Erkenntnisse über Lebensumstände des jungen Mannes gewonnen werden, der irgendwann zwischen 680 und 770 unter noch ungeklärten Umständen starb und im Moor bei Bernuthsfeld (Kreis Aurich) bestattet worden war. Zudem sollen die errechneten Bildinformationen für eine Rekonstruktion des Kopfes verwendet werden, die im Jahr 2013 in der Ausstellung „Land der Entdeckungen“ präsentiert werden soll. „Wir wollen der Moorleiche ein Gesicht geben“, so Dr. Jürgen Bär, Archäologe am Ostfriesischen Landesmuseum Emden. Dr. Rainer Schelp, Chefarzt des Instituts für Radiologie am Klinikum Emden, war mit der Untersuchung sehr zufrieden. Man habe das neue Gerät ohne die sonst selbstverständliche Rücksicht auf die verwendete Strahlendosis testen und seine Möglichkeiten „ausreizen“ können. Von der Polizei eskortiert gelangte die die Moorleiche wieder zum Landesmuseum. Dort liegt sie nun wieder in ihrer klimatisierten Vitrine im ersten Stock des Rathauses am Delft. Dr. Bär zeigte sich sehr glücklich über den Verlauf dieser ungewöhnlichen Exkursion: „ Sowohl die Moorleiche als auch die beteiligten Mitarbeiter haben alles gut überstanden, dieses ist schon ein erster sehr zufriedenstellender Befund.“ Erste weitergehende medizinische Erkenntnisse zum Zustand der Knochen beim Eintritt des Todes und zu möglichen Todesursachen und Umständen möchte Dr. Schelp bereits in naher Zukunft vorlegen.

Die aktuellen Forschungsergebnisse und die Rekonstruktion sollen 2013 in dem geplanten Ausstellungsprojekt „Land der Entdeckungen – Die Archäologie des friesischen Küstenraumes“ ein zentraler Aspekt sein. Das Projekt „Land der Entdeckungen“ wird im Rahmen des INTERREG IV A Programms Deutschland-Nederland mit Mitteln des Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) gefördert und vom Land Niedersachsen sowie den Provinzen Drenthe, Fryslân und Groningen kofinanziert. Das Projekt wird durch das Programm-Management bei der Ems Dollart Region (EDR) begleitet.

Die Ausstellung wird in Zusammenarbeit mit dem Ostfriesischen Landesmuseum Emden und der Ostfriesischen Landschaft, die Leadpartner bei dem Gesamtprojekt ist, organisiert. Im ersten Halbjahr 2013 wird die Ausstellung zunächst im Ostfriesischen Landesmuseum Emden, im Rathaus am Delft zu erleben sein. Im zweiten Halbjahr geht ein Teil von ihr in die nördlichen Niederlande und wird dort zeitgleich im Drents Museum, im Fries Museum und im Groninger Museum gezeigt, wobei in jedem Museum ein regional typisches Thema vertiefend präsentiert wird.