DEICHBAU

Die Besiedlung in Küstennähe wurde durch die Anlage von Erdaufschüttungen möglich, die Warften genannt werden. Deiche lassen sich vor 1000 n. Chr. aber noch nicht nachweisen. Der Bau von Deichen – ebenso wie der vom Wort „dikan“ oder „dykan“ für Graben abgeleitete Begriff „Teich“ – hat seinen Ursprung an der Nordseeküste des 10. Jahrhunderts. Die Bedeichung der friesischen Küste ist eine großartige Leistung der Küstenbewohner des Mittelalters. Fast 200 Jahre sollte es dauern, bis das gewaltige Bauwerk, von seinen bescheidenen Anfängen des 10. Jahrhunderts bis zum „Goldenen Reif“ des 13. Jahrhunderts, vollendet war. Nur mit „Spaten, Tragbahre und Gabel“ ausgerüstet, nahmen die Menschen den Kampf gegen die Elemente auf und schafften es, eine „Seeburg“ zu errichten, die ihnen Sicherheit gab – wenn auch eine durch schreckliche Sturmfluten immer wieder gefährdete. Umgekehrt stand das Binnenwasser der Flüsse und Bäche vor dem Deich – auf der Landseite. Eine geniale Einrichtung schaffte hier Abhilfe: die Siele mit ihren Toren im Deich, die bei Ebbe das Binnenwasser abfließen ließen und sich bei Flut schlossen, so dass das Meerwasser da blieb, wo es hingehörte. Die Szenen des Deichdioramas führen den Museumsbesucher von den Anfängen des Deichbaus über Rückschläge durch die großen Sturmfluten bis zu den Schutz- und Entwässerungstechniken der Gegenwart.