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Ostfriesisches Landesmuseum Emden
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Sonderausstellung 20. September - 20. Dezember, Johannes a Lasco Bibliothek
Das Ostfriesische Landesmuseum Emden unterstützt das aktuelle Sonderausstellungsprojekt in der Johannes a Lasco Bibliothek
BERNHARD BRAHMS - Die Welten eines Emders

Silberschmiede aus Emden

Geburtstag am 29.04.

Gleich drei Silberschmiede, deren Werke im Silberkabinett des Ostfriesischen Landesmuseums Emden präsentiert werden, hätten am heutigen 29. April einen Grund zu feiern, wenn sie denn noch leben würden.

 

Frederik I. van Strant, der im April 1678 in Amsterdam das Licht der Welt erblickte, und sein deutlich jüngerer Bruder, der im April 1694 ebenfalls in Amsterdam geboren wurde, erhielten jeweils am 29. April ihre Taufe. Der dritte im Bunde – Pieter Staal – kam am 29. April 1775 in Emden auf die Erde.

 

Die Gebrüder van Strant sind in den Sammlungen der Gesellschaft für bildende Kunst und vaterländische Altertümer seit 1820 mit sogenanntem Puppensilber vertreten. Frederick schuf in seinem nur zwei Jahrzehnte währenden Berufsleben – er starb 1727 in Amsterdam – unter anderem eine 103 Millimeter lange Miniaturpfanne (Inv.Nr.: SK 144), die gerade einmal 12,5 Gramm auf die Waage bringt. Dieses Objekt ist auf der Unterseite mit den eingestempelten Buchstaben „FS“ im abgerundeten Quadrat und drei Kreuzen unter einer Krone gekennzeichnet. „FS“ steht für Frederik van Strant und bildet die Meistermarke, die drei Kreuze unter der Krone ergeben das Beschauzeichen der Stadt Amsterdam. Neben den Stempeln ist auf der Unterseite ein Tremolierstrich erkennbar. An dieser Stelle wurde eine kleine Menge des Werkstoffs entnommen, um kontrollieren zu können, ob der vom Silberschmied angegebene Edelmetallanteil auch tatsächlich vorhanden ist.

 

Daniel, der erst 1742 Silberschmiedemeister geworden war und im Dezember 1756 sterben sollte, stellte 1745 eine kleine Kohlenpfanne bzw. Teste (Inv.Nr.: SK 143) her. Auf ihrer Unterseite finden sich sogar drei Stempelprägungen, nämlich die ligierten Buchstaben „DVS“ als Meistermarke von Daniel van Strant, das oben erwähnte Amsterdamer Beschauzeichen und ein „L“, das in Verbindung mit den beiden anderen Kennzeichen das Jahr 1745 angibt.

 

 

 

 

In derselben Vitrine, in der diese beiden Pfannen präsentiert werden, liegt sich auch eine der beiden von Pieter (Petrus) Engbertus Staal (Stael) wohl im ersten Viertel des 19. Jahrhunderts geschaffenen Schuhschnallen (Inv.Nr.: SK 99/1). Pieter wurde 1800 Meister in Emden und kennzeichnete seine Werke mit den von einem Rechteck umgebenen Buchstaben „PS“, die sich tatsächlich im Außenrahmen der Schnalle entdecken lassen. Am 21. September 1848 verstarb Pieter in Emden.

Aiko Schmidt, M.A.