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Ostfriesisches Landesmuseum Emden
RATHAUS AM DELFT
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Sonderausstellung 20. September - 20. Dezember, Johannes a Lasco Bibliothek
Das Ostfriesische Landesmuseum Emden unterstützt das aktuelle Sonderausstellungsprojekt in der Johannes a Lasco Bibliothek
BERNHARD BRAHMS - Die Welten eines Emders

Zum 150. Geburtstag von Dr. med. Petrus Tergast

Gelehrte aus Ostfriesland

Zum 150. Geburtstag von Dr. med. Petrus Tergast

Der Kaufmann Conraad Tergast (* 29.3.1812 in Leer † 28.8.1868 in Emden) und seine Gemahlin Geeske Voget (* 28.2.1815 in Oldersum † 13.1.1886 in Weener) ließen ihr viertes Kind, das am 17. Mai 1850 in Emden zur Welt gekommen war, auf den Namen Petrus Bernhard Fokko taufen. Petrus studierte ab 1869 Medizin zunächst in Göttingen und wechselte 1871 nach Würzburg, wo er 1874 promoviert wurde. Im folgenden Jahr ließ er sich in seiner Heimatstadt als Arzt nieder und trat sowohl der Gesellschaft für bildende Kunst für vaterländische Altertümer seit 1820 als auch der Naturforschenden Gesellschaft zu Emden von 1814 als Wirkliches einheimisches Mitglied bei. In der letztgenannten Vereinigung wurde Tergast 1886 zum Vortragenden Ehrenmitglied ernannt und hielt vor den übrigen Mitgliedern der „Naturforschenden“ wissenschaftliche Referate, aber 1892/93 trat er – wohl aufgrund seiner vielfältigen weiteren Aufgaben – wieder aus. Seit 1878 beschäftigte er sich ausgiebig mit der Altertümersammlung und der Münzsammlung der „Kunst“. Bereits 1879 publizierte Tergast das 44seitige Werk „Die heidnischen Altertümer Ostfrieslands“, das nach dem 1845 herausgegebenen Heftchen „Die alte Kirche zu Marienhafe in Ostfriesland. Abhandlung“ mit Zeichnungen des Stadtbaumeisters Martin Heinrich Martens (* 1.3.1794 in Aurich † 3.11.1874 in Aurich) und einem Text von Hemmo Suur (* 22.3.1781 in Emden † 12.8.1845 in Norden) erst die zweite von der „Kunst“ herausgegebene Schrift darstellte. Und Tergast ließ schon 1883 das nächste Werk in der Herausgeberschaft der „Kunst“ folgen, nämlich „Die Münzen Ostfrieslands, Teil I. Bis 1466“, trotzdem er während der Arbeit an dem Buch sowohl seine erste Gattin Wilhelmine Johanne Gerhardine Stöhr (* 31.5.1859 in Wittmund) am 12. August 1881 geheiratet als auch am 16. Oktober 1882 durch den Tod schon wieder verloren hatte. Eine zweite Ehe ging Dr. Tergast am 19. August 1887 mit Hendrine Johanna Frederika Wennink (* um 1866 in Enschede † 30.12.1943 in Emden) ein. 1891 wurde er zum Kreisarzt, einem staatlichen Gesundheitsbeamten, ernannt und erhielt als Angehöriger der Bezirksregierung den Titel eines Medizinalrats. 26 Jahre lang war Petrus Tergast Mitglied des Direktoriums der am 1. November 1844 in Emden eröffneten Taubstummen-Anstalt für Ostfriesland. Fast ein Vierteljahrhundert nach Eröffnung seiner Praxis wurde Tergast 1899 mit der Ernennung zum Sanitätsrat für seine berufliche Leistung geehrt. Im selben Jahr wählten ihn die Mitglieder der „Kunst“ zunächst zum Vizedirektor und wenig später zum Direktor der inzwischen fast 80jährigen Gesellschaft. Dieses Amt übte er 13 Jahre lang bis zu seinem Tode am 25. März 1912 aus. Obwohl er als junger Mann in relativ kurzem Abstand zwei Bücher veröffentlicht hatte, war Tergast kein Vielschreiber. Die Anzahl seiner Publikationen ist durchausaus überschaubar:

Aiko Schmidt