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Emden ist erste Reformationsstadt Europas

Ostfriesisches Landesmuseum Emden
RATHAUS AM DELFT
Brückstraße 1 | 26725 Emden
Tel.: +49 (0)4921 - 87 20 58
Di. - So. sowie feiertags:
10:00 - 17:00 Uhr

UNSERE NÄCHSTEN VERANSTALTUNGEN

Dezember
KIDS IN!
MITMACH-AKTIONEN FÜR KINDER AB 6 JAHREN

16. Dezember 11:30 Uhr; Ostfriesisches Landesmuseum Emden
plattdeutsche Sonntagsführung durch Sonderausstellung „O welche Lust, Soldat zu sein?“
Ilse Frerichs

24., 25. Dezember sowie 31. Dezember 2018, 1. Januar 2019 - geschlossen
Öffnungszeiten während der Feiertage

06. Januar 2018, 11:30 Uhr
Sonntagsführung durch die Sonderausstellung „O welche Lust Soldat zu sein“
Aiko Schmidt, M.A., Kurator

08.01.2018 19:30 Uhr Ostfriesisches Landesmuseum Emden, Rummel
„Gefallenengedenken und Gefallenendenkmäler in Ostfriesland nach dem Ersten Weltkrieg“. Vortrag im Rahmen der Sonderausstellung „O welche Lust Soldat zu sein“
Vortrag von Dr. Paul Weßels, Leiter der Landschaftsbibliothek Aurich:

29.01.2018 19:30 Uhr Ostfriesisches Landesmuseum Emden, Rummel
„Der ferne Krieg – Medien des Erlebens und Gedenkens“. Vortrag im Rahmen der Sonderausstellung „O welche Lust Soldat zu sein“
Vortrag von Dr. Karl-Heinz Ziessow, ehem. stellv. Leiter des Museumsdorfes Cloppenburg:

Just a moment...

Fotografien von Stuart Heydinger

Erdbebenopfer in Skopje

04. Mai – 06. Juli 2008 Pelzerhaus 11+12

Am 5. Mai 2007 beging Stuart Heydinger seinen 80. Geburtstag. Da er bereits 1944 seine erste Stelle als Fotograf des „Folkstone Herald“ bekam, kann er auf über 60 Jahre Erfahrung im Umgang mit dem Medium Fotografie zurückblicken. In diesen Jahrzehnten erlebte er den rasanten Fortschritt in der Technik mit. Die Arbeit mit der unbequemen Plattenkamera wurde durch Kleinbildkameras mit weniger Gewicht und verbesserten technischen Möglichkeiten ersetzt.
Seine Aufträge führten ihn u. a. als Cheffotografen der renommiertesten und ältesten Zeitung Englands „The Observer“, um die Welt und machten ihn zum gefragten Fotografen. Er war in Krisengebieten vor Ort, begleitete Forscher vom Südpol bis zum Ätna, traf Politiker wie Winston Churchill, John F. Kennedy, Alexei Kossygin, Elizabeth II., Königin von England und ihrer Familie sowie Prominente angefangen von Marlene Dietrich, Marilyn Monroe bis hin zu Grace Kelly.
Er sah Elend, erlebte Etiketten, lernte Kollegen als Konkurrenten und als Freunde kennen.
Wer ist dieser Mann, der einerseits sein Leben für ein Foto riskierte und der andererseits die Kamera beiseite legen musste, nachdem er 1968 das unvorstellbare Leid in Biafra mit ansah?
Ausstellung und Katalog versuchen, die Persönlichkeit dieses vielschichtigen Beobachters durch das Nachzeichnen seines Lebensweges zu erfassen. Bereits als Jugendlicher nahm Heydinger den Zeichenstift in die Hand und hatte erste Erfolge mit Karikaturen, das heißt, er beobachtete andere Menschen sehr genau, durchschaute ihre Schwächen und brachte sie auf den Punkt. Diese Fähigkeit half ihm bei seinem späteren Weg als erfolgreicher Fotograf. Seine Stärke lag darin, Zeitgenossen und Mitmenschen zu portraitieren, nicht in dem er sie demontierte, sondern charakterisierte. Der Mensch war ihm stets wichtiger als die Maske, die zur Schau und zum Schutz getragen wird. Damit rückte Heydingers Weise zu fotografieren in die Nähe der Fotografie des „Human interest“ der 50er Jahre des 20. Jahrhunderts.
„Man muss sich auch in diesem Beruf seine Sensibilität bewahren. Ich habe immer versucht, in meinen Bildern nie die Grausamkeit des Krieges und die Leiden der Menschen auszuschlachten.“ (Heydinger)
Um sich als Fotograf durchzusetzen, hat er oft einfallsreich und unkonventionell gehandelt, um zum Ziel - dem erhofften Foto - zu kommen. Häufig bezog er eine andere Position, erarbeitete sich ein alternatives Bildkonzept, bewies das bessere Gespür für den richtigen Moment, zeigte mehr Mut als andere und war doch immer jemand, der sein Gegenüber, seien es Kollegen oder Prominente, respektierte.
Spontane Entschlüsse trugen auch dazu bei, dass er sich ständig weiterentwickelte. Dem Zeichentalent Heydinger gelang es, sich erfolgreich der Malerei zuzuwenden. Daher verwundert es auch nicht, dass Heydingers späte Landschaftsfotografien wie Grafiken und Gemälde wirken. Die ihm eigene Sensibilität prägt seine Werke auf Leinwand, Papier und Fotopapier. Unabdingbar damit verknüpft ist auch sein sicheres Gestalten einer Bildkomposition. Seine Fotografien sind selten mittig angelegt, sondern immer leicht nach rechts verschoben, um die Spannung der einzelnen Bildelemente zu erhöhen. Das geschulte Auge des Fotografen verlangt vom Betrachter ein genaues Hinsehen, zumal oft eine scheinbare Nebensache der Schlüssel zum Bildverständnis wird. Im Detail verbirgt sich auch sein Sinn für feinen Humor und seine Lust am optischen Spiel. Vor allem aber bestechen seine Fotos durch ihre ästhetische Qualität, die dazu führt, dass die Aufnahmen auch nach Jahrzehnten nicht gealtert sind, sondern noch immer beim Betrachter den Eindruck brillanter Schärfe, Aktualität und menschlicher Anteilnahme hinterlassen.
Das gilt auch für seine letzte aktive Schaffensperiode am Oldenburger Staatstheater von 1986 – 1995.
Die Ausstellung umfasst über 100 Schwarzweiß-Aufnahmen und ist bis zum 06. Juli 2008 in den Pelzerhäusern zu sehen.
Zur Ausstellung ist ein Katalog im Verlag Carl Ed. Schünemann KG Bremen (152 Seiten, gebunden, mit 83 Schwarz-Weiß-Aufnahmen und Beiträgen von Doris Weiler-Streichsbier, Klaus Groh und Enno Kaufhold, zum Preis von EUR 19,80) erschienen.