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Emden ist erste Reformationsstadt Europas

Ostfriesisches Landesmuseum Emden
RATHAUS AM DELFT
Brückstraße 1 | 26725 Emden
Tel.: +49 (0)4921 - 87 20 58
Di. - So. sowie feiertags:
10:00 - 17:00 Uhr

UNSERE NÄCHSTEN VERANSTALTUNGEN

Dezember
KIDS IN!
MITMACH-AKTIONEN FÜR KINDER AB 6 JAHREN

16. Dezember 11:30 Uhr; Ostfriesisches Landesmuseum Emden
plattdeutsche Sonntagsführung durch Sonderausstellung „O welche Lust, Soldat zu sein?“
Ilse Frerichs

24., 25. Dezember sowie 31. Dezember 2018, 1. Januar 2019 - geschlossen
Öffnungszeiten während der Feiertage

06. Januar 2018, 11:30 Uhr
Sonntagsführung durch die Sonderausstellung „O welche Lust Soldat zu sein“
Aiko Schmidt, M.A., Kurator

08.01.2018 19:30 Uhr Ostfriesisches Landesmuseum Emden, Rummel
„Gefallenengedenken und Gefallenendenkmäler in Ostfriesland nach dem Ersten Weltkrieg“. Vortrag im Rahmen der Sonderausstellung „O welche Lust Soldat zu sein“
Vortrag von Dr. Paul Weßels, Leiter der Landschaftsbibliothek Aurich:

29.01.2018 19:30 Uhr Ostfriesisches Landesmuseum Emden, Rummel
„Der ferne Krieg – Medien des Erlebens und Gedenkens“. Vortrag im Rahmen der Sonderausstellung „O welche Lust Soldat zu sein“
Vortrag von Dr. Karl-Heinz Ziessow, ehem. stellv. Leiter des Museumsdorfes Cloppenburg:

Die Moorleiche 'Mann von Bernuthsfeld'

Rekonstruktion und Präsentation

Auf Basis der medizinischen Diagnostik ist erneut eine Frage in den Blickpunkt des Interesses gerückt, die schon kurz nach Entdeckung der Moorleiche immer wieder gestellt wurde, nämlich nach dem ursprünglichen Aussehen des Verstorbenen. In dem entstandenen wissenschaftlichen Netzwerk zur Erforschung der Moorleiche Mann von Bernuthsfeld ist unter diesem Aspekt die aktive Beteiligung des Volkswagen Werks Emden von besonderer Bedeutung. Mitarbeiter in der sogenannten Pilothalle, deren Rapid Prototyping-Technologie zur Verfügung gestellt wurde, haben die Moorleiche in einem Acrylat schichtweise dreidimensional ausgedruckt. Der „schnelle Modellbau“ (= Rapid Prototyping) ist ein seit Jahrzehnten im Automobilbau angewandtes Fertigungsverfahren zur schnellen und extrem genauen Herstellung von Modellen oder Werkstücken, wie z.B. der Rückleuchten-Einheit eines VW Passat.
Innovative Grundlage dieser komplexen Form der 3D-Darstellung ist im vorliegenden Fall die Verarbeitung von computertomografischen Bildsequenzen in Kombination mit den Daten von Oberflächenscans. Dabei kommen neben aktuellen 64-Zeilen Computertomographie-Geräten aus dem klinischen Bereich neueste 3D-Oberflächenscanner aus der Industrie zum Einsatz. Auf diese Weise wird eine sehr breite und genaue Datenbasis sowohl von der inneren als auch der äußeren Beschaffenheit der Knochen erstellt. Es handelt sich dabei um ein methodisches Vorgehen, das erstmals für die vollständige Rekonstruktion des Skeletts einer Moorleiche zur Anwendung gelangt ist.
Konventionellere Wiedergabemöglichkeiten bestehen in einer rundplastischen, lebensnahen Figur mit Gesichtsmodellierung einer sogenannten Dermoplastik. In der Ausstellung ist neben den Originalfunden sowie dem Skelett der Kopf als dreidimensionale Nachbildung zu sehen. Darüber hinaus werden Rekonstruktionszeichnungen von kriminaltechnischen Experten aus Deutschland und England gezeigt. Auch die Forschungsgeschichte sowie der zeit- und alltagsgeschichtliche Horizont des Mannes von Bernuthsfeld werden thematisiert.