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Emden ist erste Reformationsstadt Europas

Ostfriesisches Landesmuseum Emden
RATHAUS AM DELFT
Brückstraße 1 | 26725 Emden
Tel.: +49 (0)4921 - 87 20 58
Di. - So. sowie feiertags:
10:00 - 17:00 Uhr

UNSERE NÄCHSTEN VERANSTALTUNGEN

Januar bis März 2019
KIDS IN!
Mitmach-Aktionen für junge Besucher ab 6 Jahren

3. März 2019 11:30 Uhr Forum der VHS Emden, An der Berufsschule 3, 26721 Emden
Als Künstler Emden inszenierten
Eröffnungsveranstaltung

Die Moorleiche 'Mann von Bernuthsfeld'

Rekonstruktion und Präsentation

Auf Basis der medizinischen Diagnostik ist erneut eine Frage in den Blickpunkt des Interesses gerückt, die schon kurz nach Entdeckung der Moorleiche immer wieder gestellt wurde, nämlich nach dem ursprünglichen Aussehen des Verstorbenen. In dem entstandenen wissenschaftlichen Netzwerk zur Erforschung der Moorleiche Mann von Bernuthsfeld ist unter diesem Aspekt die aktive Beteiligung des Volkswagen Werks Emden von besonderer Bedeutung. Mitarbeiter in der sogenannten Pilothalle, deren Rapid Prototyping-Technologie zur Verfügung gestellt wurde, haben die Moorleiche in einem Acrylat schichtweise dreidimensional ausgedruckt. Der „schnelle Modellbau“ (= Rapid Prototyping) ist ein seit Jahrzehnten im Automobilbau angewandtes Fertigungsverfahren zur schnellen und extrem genauen Herstellung von Modellen oder Werkstücken, wie z.B. der Rückleuchten-Einheit eines VW Passat.
Innovative Grundlage dieser komplexen Form der 3D-Darstellung ist im vorliegenden Fall die Verarbeitung von computertomografischen Bildsequenzen in Kombination mit den Daten von Oberflächenscans. Dabei kommen neben aktuellen 64-Zeilen Computertomographie-Geräten aus dem klinischen Bereich neueste 3D-Oberflächenscanner aus der Industrie zum Einsatz. Auf diese Weise wird eine sehr breite und genaue Datenbasis sowohl von der inneren als auch der äußeren Beschaffenheit der Knochen erstellt. Es handelt sich dabei um ein methodisches Vorgehen, das erstmals für die vollständige Rekonstruktion des Skeletts einer Moorleiche zur Anwendung gelangt ist.
Konventionellere Wiedergabemöglichkeiten bestehen in einer rundplastischen, lebensnahen Figur mit Gesichtsmodellierung einer sogenannten Dermoplastik. In der Ausstellung ist neben den Originalfunden sowie dem Skelett der Kopf als dreidimensionale Nachbildung zu sehen. Darüber hinaus werden Rekonstruktionszeichnungen von kriminaltechnischen Experten aus Deutschland und England gezeigt. Auch die Forschungsgeschichte sowie der zeit- und alltagsgeschichtliche Horizont des Mannes von Bernuthsfeld werden thematisiert.